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KI knackt 85 Jahre altes Enigma-Rätsel in zwei Tagen

26.09.2026 2 Min. Lesezeit
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ChatGPT-6 Astra, das neueste Modell von OpenAI, hat eine 85 Jahre alte verschlüsselte Nachricht der deutschen Wehrmacht geknackt. Die sogenannte MVUEH-Nachricht wurde am 10. Juli 1941 von der deutschen Armee an die SS-Totenkopf-Division gesendet. Enthusiasten hatten sie 2005 online veröffentlicht, doch seither blieb sie unentschlüsselt. Forscher des Crypto Cellar berichten nun, dass Astra sie in nur zwei Tagen entschlüsselt hat.

Wie Astra vorging

Was einen menschlichen Forscher Wochen oder Monate gekostet hätte, erledigte Astra in zwei Tagen. Besonders bemerkenswert ist die Eigenständigkeit des Vorgehens: Das Modell wählte die Zielnachricht selbst aus, nachdem es lediglich gefragt worden war, ob es eine der ungelösten Enigma-Nachrichten auf der Crypto-Cellar-Seite knacken könne. Astra identifizierte MVUEH Nr. 172 als vielversprechendes Ziel und vermutete einen Zusammenhang mit Nachricht Nr. 173 (SIPVX).

Als Klartextanker nutzte es den wiederholten Ortsnamen "ROSENOW ROSENOW" und entwickelte daraufhin eigenständig Python- und C++-Code für einen Enigma-Simulator sowie eine Enigma-Bombe. Damit knackte es den Chiffretext. Der entschlüsselte Inhalt des 82-Buchstaben-Codes lautet sinngemäß: "Bitte teile den Marschweg mit. Ich befinde mich in Rosenow. Sofort Funkantwort." Ein Rechtschreibfehler am Anfang der Originalnachricht hatte frühere Entschlüsselungsversuche erschwert.

Einordnung

Die Forscher des Crypto Cellar werten die Logs noch aus, um Astras genaues Vorgehen zu verstehen. Das Ergebnis zeigt, wozu aktuelle KI-Modelle bei komplexen analytischen Aufgaben in der Lage sind. Enigma-Maschinen galten jahrzehntelang als Inbegriff sicherer Verschlüsselung. Die Versuche, sie zu brechen, legten in den 1940er Jahren wesentliche Grundlagen für die Entwicklung erster programmierbarer Digitalcomputer. Astra hatte in der Vorwoche bereits einen 108 Jahre alten deutschen Weltkriegs-I-Code mit der ADFGVX-Methode geknackt.