Eine Buffer-Overflow-Schwachstelle im IPv6-Stack des Linux-Kernels wird bereits aktiv für Cyberangriffe genutzt. Sie ermöglicht es unprivilegierten Nutzern, über UDPv6-Sockets Speicher zu beschädigen und eigenen Code auszuführen. Patches sind für mehrere Kernel-Versionen verfügbar, du solltest sie zeitnah einspielen.
Falsche Speichergröße bei der Paketfragmentierung
Die Schwachstelle CVE-2026-53362 erreicht einen CVSS-Score von 7.8. Ursache ist eine fehlerhafte Speicherberechnung in der Funktion __ip6_append_data(), der internen Kernel-Funktion, die IPv6-Pakete aufbaut. Sie ermöglicht es unprivilegierten Nutzern, über UDPv6-Sockets mit den Flags MSG_MORE und MSG_SPLICE_PAGES einen Buffer Overflow auszulösen. Nutzt die Funktion den Paged-Allocation-Branch, werden die Variablen alloclen (zugewiesener Speicher) und pagedlen (Seitendaten-Länge) falsch berechnet.
Normalerweise berücksichtigen diese Größen den Fragment Gap, also Bytes, die aus dem vorherigen Fragment übrig bleiben und ins nächste kopiert werden. Die fehlerhafte Implementierung vergisst das jedoch, wodurch der lineare Speicherbereich des neuen Pakets um sogenannte fraggap-Bytes zu klein dimensioniert ist, während pagedlen um den gleichen Betrag überschätzt wird. Versucht das System, Daten zu kopieren, schreibt es über die Puffergrenze hinaus in den skb_shared_info-Bereich. Abhängig von Kernel-Version und Konfiguration kann das zu einem Denial of Service oder unter bestimmten Bedingungen zu Codeausführung führen.
Betroffene Versionen und verfügbare Patches
Der Fehler wurde durch den Commit 773ba4fe9104 eingeführt und durch den Commit ce650a166335 verschärft. Patches sind verfügbar für Kernel 6.0 und später, Kernel 6.1 (Patch 6.1.177), Kernel 6.6 (Patch 6.6.144), Kernel 6.12 (Patch 6.12.95), Kernel 6.18 (Patch 6.18.38), Kernel 7.1 (Patch 7.1.3) sowie Kernel 7.2. Mehrere Linux-Distributoren wie Red Hat, SUSE und openSUSE haben bereits Sicherheitsupdates veröffentlicht.
Die CISA hat die Schwachstelle am 27. August 2026 in ihren Known-Exploited-Vulnerabilities-Katalog aufgenommen, sie gilt damit als aktiv ausgenutzt. Wenn du Linux-Systeme betreibst oder administrierst, solltest du deine Kernel-Versionen unverzüglich überprüfen und die verfügbaren Sicherheitsupdates einspielen.