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Amazons neues KI-Rechenzentrum in Texas: Gaskraftwerk als größter CO2-Emittent der USA

11.08.2026 3 Min. Lesezeit
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Ein neues Rechenzentrum von Amazon könnte zur größten einzelnen Quelle von Umweltverschmutzung in den USA werden. Der Konzern, der bereits weltweit die meisten Rechenzentren betreibt, baut im texanischen Pecos County ein Erdgaskraftwerk, das die dortige Anlage mit Strom versorgen soll. Der Fall zeigt, welchen Preis der KI-Boom bei der Energieversorgung fordert.

33 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr

Laut den Projektgenehmigungen soll das Kraftwerk mit 35 Gasturbinen bis zu 7,65 Gigawatt Leistung erzeugen. Genehmigt ist ein Ausstoß von bis zu 33 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Das wäre mehr als bei jedem anderen Kraftwerk des Landes. Angetrieben wird die Anlage durch die Verbrennung von Erdgas, allein um den enormen Strombedarf des angeschlossenen KI-Rechenzentrums zu decken.

Das steht in deutlichem Gegensatz zu Amazons eigenen Klimazielen. 2019 hatte der Konzern das Climate Pledge mitgegründet, ein freiwilliges Bündnis von inzwischen über 700 Unternehmen, und sich verpflichtet, bis 2040 netto keine Treibhausgase mehr auszustoßen. Tatsächlich steigen die Emissionen des Unternehmens seit einigen Jahren kontinuierlich, was Fachleute vor allem auf den Ausbau von Rechenzentren für den KI-Boom zurückführen. Amazon räumt den Konflikt ein, hält aber am Ziel fest. Die Welt sehe heute anders aus als bei der Gründung des Bündnisses, so eine Sprecherin, das Bekenntnis habe sich aber nicht geändert. Ähnlich äußert sich Microsoft, das sein Nachhaltigkeitsversprechen für 2030 trotz CO2-intensiver KI-Expansion aufrechterhalten will.

Der Trend zu eigener Stromerzeugung

Immer mehr Hyperscaler und Rechenzentrumsbetreiber wechseln von der Netzversorgung zu eigener Stromerzeugung direkt am Standort. Zwei Gründe treiben diese "Behind the Meter"-Strategie an. Zum einen dauert es lange, neue, extrem stromhungrige Rechenzentren an das öffentliche Netz anzuschließen. Zum anderen wächst der Widerstand in der Bevölkerung, weil solche Anlagen die Strompreise ganzer Regionen dauerhaft nach oben treiben.

Viele Unternehmen setzen zwar auch auf Atomkraft und erneuerbare Energien, etwa Microsofts Deal rund um das Kernkraftwerk Three Mile Island oder Metas Vereinbarung über bis zu ein Gigawatt Solarenergie aus dem Orbit. Trotzdem gilt Erdgas derzeit als bevorzugte Option, weil es sich schnell und in großem Maßstab bereitstellen lässt. Die US-Regierung unterstützt solche Projekte für Rechenzentren und fördert Öl, Erdgas und Kohle gegenüber erneuerbaren Quellen. Für die Klimabilanz der Branche ist das eine problematische Entwicklung, gerade weil der Strombedarf durch KI weiter rasant steigt.