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Anthropic kennzeichnet alle KI-Inhalte von Claude mit Wasserzeichen

11.08.2026 3 Min. Lesezeit
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Anthropic will künftig alle KI-Ausgaben seines Assistenten Claude mit Wasserzeichen versehen. Damit reagiert das Unternehmen auf die Vorgaben der EU-KI-Verordnung. Konkret hat Anthropic den Code of Practice zu Artikel 50(2) unterzeichnet und verpflichtet sich so, KI-generierte Inhalte maschinenlesbar zu kennzeichnen.

Wasserzeichen und signierte Metadaten

Neue Modelle, die seit dem 2. August 2026 in der EU auf dem Markt sind, unterstützen die Markierungen von Anfang an. Die Kennzeichnung gilt weltweit und plattformübergreifend, also für Claude Platform, Claude, Claude Code, Claude Cowork und Claude Tag. Modelle, die vor diesem Stichtag erschienen sind, fallen in eine Übergangsfrist. Anthropic arbeitet an einer Nachrüstung, nennt dafür aber noch keinen konkreten Zeitplan, und räumt ein, dass nicht jede Plattform oder Funktion alle Markierungstypen gleich gut unterstützt.

Technisch setzt Claude auf zwei sich ergänzende Verfahren. Zum einen werden unsichtbare Wasserzeichen direkt in den generierten Text eingebettet. Sie sollen erhalten bleiben, wenn der Text kopiert oder nachbearbeitet wird. Zum anderen hängt Claude für unterstützte Dateitypen wie SVG, PNG oder JPG signierte Metadaten nach dem C2PA-Standard an. Ein solches Label signalisiert, dass die Datei von Claude verarbeitet wurde.

Warum die Markierung kein Beweis ist

Anthropic betont, dass die maschinenlesbaren Kennzeichnungen keine Beweiskraft haben. Eine Markierung weist lediglich darauf hin, dass Claude am Inhalt mitgewirkt hat, sie belegt nicht die gesamte Entstehungsgeschichte. Das ist wichtig, weil Claude oft als Korrekturleser, Übersetzer, Zusammenfasser oder Konverter dient. Das Ergebnis trägt dann zwar eine Markierung, der zugrunde liegende Text oder die Datei kann aber durchaus von Menschen stammen. So könnten falsche Verdächtigungen entstehen.

Umgekehrt bedeutet eine fehlende Markierung nicht automatisch, dass kein KI-Inhalt vorliegt. Texte lassen sich stark überarbeiten, umformulieren oder sind so kurz, dass kein zuverlässiges Signal mehr möglich ist. Unternehmen, die Claude in eigene Produkte einbauen, sollten laut Anthropic selbst prüfen, was Artikel 50 für ihr Angebot bedeutet. Der Ansatz an sich ist nicht neu: Googles SynthID kennzeichnet KI-generierte Texte auf ähnliche Weise, und auch ChatGPT hinterließ zeitweise solche Marker.