Sicherheit & Cyberabwehr

Bayern meldet mehr Cyberangriffe aus Russland, China und Nordkorea

01.09.2026 3 Min. Lesezeit
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Die Zahl der Cyberangriffe aus Russland, China und Nordkorea auf bayerische Behörden, kritische Infrastruktur und Unternehmen nimmt nach Angaben der Staatsregierung weiter zu. Was politisch motivierte Angriffe betrifft, seien die drei Staaten eindeutig Hauptverursacher, sagte Innenminister Joachim Herrmann in München.

Ein nie gekanntes Bedrohungslevel

Die hybride Bedrohung durch Spionage, Sabotage, Desinformation und Cyberangriffe habe ein nie gekanntes Level erreicht, sagte Herrmann bei der Vorstellung des diesjährigen Lageberichts zur Cybersicherheit. "Ausländische Nachrichtendienste möchten damit Informationen beschaffen, Einfluss nehmen oder Sabotage betreiben." Die bayerische Polizei erfasste im vergangenen Jahr insgesamt 49.468 Fälle von Cyberkriminalität, ein leichter Anstieg von 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für dieses Jahr erwartet Herrmann keinen Rückgang: "Wir gehen eher von einer weiteren Zunahme aus." Das Spektrum reicht von Online-Betrug, Erpressung und Datendiebstahl bis zu den genannten politisch motivierten Fällen, wobei Behörden und private Cybersicherheitsdienstleister von einer hohen Dunkelziffer ausgehen.

Deutlich mehr sicherheitsrelevante Vorfälle

Das Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik bearbeitete nach den Worten von Finanzminister Albert Füracker im vergangenen Jahr 6.000 sicherheitsrelevante Vorfälle, bei denen Behörden des Freistaats, Kommunen oder kritische Infrastruktur ins Visier der Täter gerieten, ein Anstieg von zehn Prozent. "Die Angriffe sind spürbar schneller und komplexer geworden", sagte Füracker.

Die meisten Täter sitzen im Ausland

Wie viele der von der Polizei erfassten Fälle am Ende zu identifizierten und bestraften Tätern führen, lässt sich kaum ermitteln. Seit 2015 kümmert sich eine Zentralstelle Cybercrime bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg um die großen Fälle, ansonsten führt die Strafjustiz keine eigene Statistik zur Cyberkriminalität. Angriffe aus dem Netz werden stattdessen dem jeweiligen Straftatbestand zugeordnet, etwa Betrug oder Erpressung, ohne Unterscheidung zwischen Online-Angriffen und herkömmlich operierenden Tätern. Laut Cybersicherheitsbericht sitzen 72 Prozent der Täter im Ausland. "Umso wichtiger ist, dass wir auf nationaler Ebene, aber auch international eng mit Kooperationspartnern wie Interpol, Eurojust, Europol, Nachrichtendiensten kooperieren", sagte Justizminister Georg Eisenreich.