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Cyberversicherung: Brauchst du eine, und was deckt sie ab?

01.09.2026 5 Min. Lesezeit
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Sie verbreiten Schadsoftware, gehen online unter falscher Identität shoppen oder fischen im Netz nach Passwörtern oder Zahlungsinformationen: Cyberkriminelle sind immer auf der Suche nach Opfern. Laut dem Cybersicherheitsmonitor, einer repräsentativen Dunkelfeldstudie des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Polizei, war 2025 gut jede fünfte Person (22 Prozent) hierzulande schon einmal Opfer von Internetkriminalität. Die Folgen eines Angriffs können gravierend sein, zur Absicherung bieten Versicherer deshalb spezielle Cyberpolicen an.

Erst bestehende Policen prüfen

Wer sich für eine Cyberversicherung interessiert, sollte zunächst prüfen, ob er nicht schon über andere Versicherungen ausreichend geschützt ist. Eine gute private Haftpflichtversicherung sollte aus Sicht des Bund der Versicherten (BdV) sogenannte Internetschäden so umfangreich wie möglich absichern. "Sie deckt Schäden ab, die man bei Dritten durch die Nutzung des Internets verursacht", sagt BdV-Expertin Julia Alice Böhne, etwa wenn jemand unabsichtlich per Mail oder Nachricht einen Virus weiterleitet und der Empfänger dadurch einen Schaden erleidet. Zudem sollte die private Haftpflicht auch unberechtigte Ansprüche abwehren.

Eine gute Hausratsversicherung sollte laut Böhne für Vermögensschäden durch Onlinebetrug aufkommen, wobei die Leistung möglichst nicht auf einen abschließenden Katalog von Betrugsmethoden beschränkt sein sollte. Viele moderne Tarife decken Vermögensschäden zumindest durch Phishing beim Online-Banking ab, allerdings meist nur bis zu einer bestimmten Höchstsumme. Häufig gehört auch die Übernahme von Kosten für eine Datenrettung nach einem versicherten Schaden zum Schutz, etwa nach Blitzeinschlag, auch hier meist begrenzt auf einen Prozentsatz der Versicherungssumme oder eine festgelegte Summe. Je nach Vertrag kommt zudem die Rechtsschutzversicherung für Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Internetkriminalität auf, so die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Wer eine Cyberversicherung braucht, und wer eher nicht

Bereits bestehende Haftpflicht-, Hausrats- oder Rechtsschutzversicherungen decken viele Cyber-Risiken oft ab oder lassen sich gezielt erweitern. "Erst wenn nach einer solchen Prüfung und Erweiterung eine relevante und existenzbedrohende Schutzlücke verbleibt, kann der Abschluss einer spezialisierten privaten Cyber-Police eine Option sein", sagt Böhne. "Besonders eignet sich eine Cyberversicherung für Personen, die viele Vermögenswerte online verwalten oder digitale Dienste intensiv nutzen", sagt Lukas Spohr vom IT-Branchenverband Bitkom. Aber auch Menschen mit geringeren IT-Kenntnissen könnten profitieren, vor allem, wenn sie im Ernstfall schnelle Unterstützung und professionelle Hilfe bei der Schadensbewältigung benötigen.

Welche Leistungen eine Cyberversicherung umfasst

Ein einheitliches Produkt oder einen Marktstandard gibt es laut Böhne nicht, auch Musterbedingungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft existieren nicht. Das Leistungsspektrum privater Cyberschutz-Tarife fällt entsprechend höchst unterschiedlich aus. Umfangreiche Tarife sehen Schutz bei Cyber-Eigenschäden vor und enthalten häufig auch eine Cyber-Haftpflicht- sowie eine Cyber-Rechtsschutzversicherung, teils auch als wählbare Zusatzbausteine.

Zu möglichen Leistungen bei Cyber-Eigenschäden zählen etwa Schäden durch Konto-, Daten- oder Identitätsmissbrauch, Datenrettung nach Cyber-Attacken, Verluste bei Interneteinkäufen, wenn bestellte Waren nicht geliefert werden, sowie die Regulierung von Schadensersatzansprüchen und Rechtsberatung. Bei der Cyber-Haftpflicht übernimmt die Versicherung berechtigte Schadensersatzansprüche, wenn durch einen Cyberangriff auf deine Systeme ein Dritter zu Schaden kommt, etwa wegen einer Datenschutzverletzung. Zu den Leistungen der Cyber-Rechtsschutzversicherung zählen neben telefonischer Rechtsberatung auch Hilfe bei einer Abmahnung wegen angeblicher Urheberrechtsverletzung, etwa durch illegale Downloads.

Privat und geschäftlich, auch bei den Kosten ein Unterschied

"Grundsätzlich unterscheidet man bei einer Cyberversicherung zwischen der Police für den Privatkunden und der Police für Firmen beziehungsweise Industriekunden", sagt Spohr. Je nach Produkt variieren die Definitionen der Gefahren, Limits und Ausschlüsse. "Im Privatbereich liegen Cyber-Policen häufig im niedrigen zweistelligen Euro-Bereich pro Jahr", sagt Spohr, Vergleichsportale nennen als grobe Orientierung rund 50 Euro jährlich, je nach Leistungsumfang und Anbieter. Steuerlich sind die Kosten für Privatpersonen in der Regel nicht absetzbar, da es sich um Kosten der privaten Lebensführung handelt.

Doch wie viel leisten Versicherer im Fall der Fälle überhaupt? "Versicherer arbeiten häufig mit einer vereinbarten Versicherungssumme pro Jahr oder pro Schadenfall und steuern besonders risikoanfällige Bausteine über sogenannte Sublimits", erklärt Spohr. Diese Summenbegrenzungen für bestimmte Kostenarten senken das Risiko für das Versicherungsunternehmen, denn Cyberrisiken sind vielfältig und schwer einschätzbar: Schäden können zeitversetzt auftreten, und die Höhe von Folgekosten, etwa Lösegeldforderungen oder Kontoschäden, ist oft unvorhersehbar. Auch eine Selbstbeteiligung ist keine Seltenheit, um das Risiko für Missbrauch durch den Versicherungsnehmer zu senken. Typische Versicherungssummen liegen im Privatbereich je nach Baustein und versicherter Gefahr zwischen 10.000 und 50.000 Euro.