Die Berliner Verwaltung ist einem Bericht des RBB zufolge Ziel eines Hackerangriffs geworden. Wie die Senatskanzlei mitteilte, wurde bei forensischen Untersuchungen eine Inkriminierung des Landesnetzes festgestellt. Betroffen sind die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt. Beide wurden aus Sicherheitsgründen bereits vom Landesnetz isoliert, um weiteren Schaden abzuwenden.
Komplett vom Internet abgeschnitten
Nach RBB-Informationen sind beide Senatsverwaltungen seit Freitagabend vollständig vom Internet getrennt, Kommunikation ist seither nur noch per Telefon möglich. Berlins Chief Digital Officer Florian Hauer geht von einem externen Angriff aus, bei dem laut RBB auch sensible Daten abgeflossen sind. Aus Behördenkreisen war von zum Teil sehr sensiblen Daten die Rede, welche Informationen die Angreifer konkret erbeuteten, ist bislang aber nicht bekannt. Die Senatskanzlei bestätigte inzwischen, nach ersten Untersuchungen von einem Hackerangriff auszugehen, ein Wort, das in der ersten Pressemitteilung noch nicht gefallen war.
Wie der RBB erfuhr, nutzten die Angreifer offenbar eine Schwachstelle im IT-Betrieb der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, um das Landesnetz zu attackieren. Für die Lücke war den Angaben zufolge nicht der landeseigene IT-Dienstleister ITDZ verantwortlich, die beiden betroffenen Verwaltungen betreiben ihren Teil des Landesnetzes offenbar in eigener Verantwortung. Der Grünen-Abgeordnete Stefan Ziller kritisierte in diesem Zusammenhang Versäumnisse bei der IT-Zentralisierung.
Verwaltungen arbeitsfähig, aber offline
Nach Angaben der Senatskanzlei sind die betroffenen Verwaltungen weiterhin arbeitsfähig. Laut RBB sind die Mitarbeitenden allerdings offline und können nicht auf ihre normalen Arbeitssysteme zugreifen. Wer hinter dem Angriff stecken könnte, dazu äußerte sich die Senatskanzlei bislang nicht. Die Ermittlungen dauern an und werden vom Landeskriminalamt Berlin sowie der Staatsanwaltschaft Berlin geführt.
Eingeschaltet wurden zudem das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Ein Notfallkrisenstab unter Leitung des Landesbevollmächtigten für Informationssicherheit wurde eingerichtet, und die Staatsanwaltschaft Berlin hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Grünen-Fraktion will den Sicherheitsvorfall im Digitalausschuss des Abgeordnetenhauses besprechen. Der Abgeordnete Ziller will unter anderem wissen, welche Sicherheitslücke es gab, ob sich daraus Risiken für andere Akteure im Berliner Landesnetz ergeben und welcher Schaden durch den Datenabfluss entstehen könnte.
Beim Berliner Landesnetz handelt es sich um ein Hochgeschwindigkeitsdatennetz für die Verwaltung, das rund 600 behördliche und öffentliche Standorte über ein unterirdisches Glasfasernetz verbindet und vom ITDZ Berlin betrieben wird. Neben den Senatsverwaltungen sind auch Berliner Polizei, Feuerwehr und Krankenhäuser daran angeschlossen.