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Lumi-AI: Europas nächster Supercomputer setzt auf AMD-Technik

01.09.2026 3 Min. Lesezeit
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Das europäische Gemeinschaftsprojekt zum Bau von Hochleistungsrechnern (EuroHPC Joint Undertaking) hat einen Auftrag für ein neues System vergeben. Im finnischen Kajaani soll Lumi-AI entstehen, das nicht nur der Forschung dient, sondern als sechste AI Factory auch für industrielle KI-Anwendungen offensteht.

Bull erhält den Zuschlag, AMD liefert die Technik

Den Zuschlag für den Bau erhielt das französische Unternehmen Bull, das der französische Staat 2026 übernommen hatte. Bull hat eine lange Tradition beim Bau von Hochleistungsrechnern und bereits die Aufträge zum Bau von Jupiter und Alice Recoque erhalten. Wie bei Letzterem wird auch Lumi-AI AMDs aktuelle Generation an Epyc-Prozessoren und Beschleunigern nutzen, konkret Epyc 9006 mit 256 Zen6c-Kernen. Als Beschleuniger kommen MI430X zum Einsatz, die AMD weniger stark auf KI auslegt, denn Lumi-AI soll auch bei klassischen wissenschaftlichen Anwendungen überzeugen. Bull nutzt dabei seine eigene Plattform XH3500. Für den Betrieb soll ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien genutzt werden, die Abwärme wird ins Fernwärmenetz von Kajaani eingespeist.

Knapp unter der Exascale-Marke

Lumi-AI wird wohl knapp unter der Exascale-Marke bleiben. Laut Pressemitteilung soll das System die Gleitkommarechenleistung (FP64) seines Vorgängers fast verdoppeln. Lumi, der in der aktuellen Top-500-Liste der leistungsfähigsten Supercomputer Platz 11 belegt, kommt auf eine theoretische FP64-Leistung von 531,51 Petaflops, im Benchmark High Performance Linpack erreicht das System 379,7 PFlops. Mit rund 388 Millionen Euro für Bau und Betrieb ist Lumi-AI allerdings auch günstiger als Jupiter und Alice Recoque, für die 500 beziehungsweise 554 Millionen Euro bereitstanden. Ob sich Lumi-AI einen Platz unter den zehn leistungsfähigsten vermessenen Systemen weltweit sichern kann, bleibt abzuwarten, insbesondere in den USA sind aktuell viele neue Hochleistungsrechner geplant. Der Supercomputer soll im zweiten Halbjahr 2027 in Betrieb gehen und könnte damit in der Novemberausgabe der Top-500-Liste debütieren.

Zusätzlich ein Quantencomputer

Neben dem klassischen Cluster-Computer wird im Rahmen des neuen Lumi-Systems zusätzlich ein Quantencomputer installiert. Er läuft unter dem Namen Lumi-IQ, gebaut vom finnischen Unternehmen IQM, und soll als Hybridsystem gemeinsam mit Lumi-AI genutzt werden können. Am Projekt beteiligt ist zudem der einstige finnische Weltkonzern Nokia, der Teile der Netzwerkausrüstung liefern soll, während das Speichersystem von IBM kommt.