Sicherheit & Cyberabwehr

macOS-Bildschirmfreigabe: Angreifer konnten Macs ohne Passwort fernsteuern

13.08.2026 3 Min. Lesezeit
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Apple hat eine Schwachstelle in der Bildschirmfreigabe von macOS geschlossen. Über die Lücke konnten sich Angreifer im Netzwerk auf fremden Macs anmelden, ohne gültige Zugangsdaten zu besitzen. Betroffen sind macOS 14 (Sonoma), macOS 15 (Sequoia) und macOS 26 (Tahoe). Die korrigierten Versionen tragen die Nummern 14.8.9, 15.7.9 und 26.6.1.

Die Schwachstelle läuft unter der Kennung CVE-2026-65400. Entdeckt hat sie der Sicherheitsforscher Alfred Persoli über Bynario Atlas, eine KI-gestützte Plattform zur Schwachstellensuche. Apple hält sich mit Details zurück. Der Konzern schreibt lediglich, ein Angreifer im Netzwerk habe sich beim Screen Sharing anmelden können, ohne die korrekten Zugangsdaten zu haben. Behoben wurde der Fehler nach Apples Angaben durch ein verbessertes State Management. Was das konkret bedeutet, bleibt offen.

Voller Zugriff statt nur Mitlesen

Wer per Bildschirmfreigabe auf einem Mac landet, bedient das Gerät wie ein lokaler Nutzer. Tastatur, Maus, Dateien, Programme. macOS bringt dafür zwei Varianten mit. Die einfache Bildschirmfreigabe steckt in jedem Mac und beherrscht sowohl das Teilen als auch die Fernsteuerung. Profis greifen zu Apple Remote Desktop, das rund 90 Euro kostet und zusätzliche Verwaltungsfunktionen mitbringt.

Unangenehm wird es beim Detail Energieverwaltung: Je nach Einstellung lässt sich ein Mac für die Fernsteuerung aus dem Ruhezustand wecken. Bei einem MacBook funktioniert das sogar mit geschlossenem Deckel, solange das Gerät am Strom hängt.

Was Apple offen lässt

Ein paar Fragen bleiben unbeantwortet. Apple sagt nicht, ob die Bildschirmfreigabe aktiv sein muss oder ob der Angriff auch bei abgeschalteter Freigabe greift. Auf neuen Macs ist sie ab Werk aus. Ebenso unklar ist, ob ein Angreifer zwingend im lokalen Netz sitzen musste. Wo Ports im Router für den Zugriff aus dem Internet freigegeben sind, etwa in Firmenumgebungen, sieht die Lage möglicherweise anders aus. Auch zu älteren macOS-Versionen, die Apple nicht mehr pflegt, gibt es keine Aussage. Dass sie ebenfalls angreifbar sind, ist gut möglich.

Was du jetzt tun solltest

Update einspielen, zügig. Prüf danach in den Systemeinstellungen unter "Allgemein" und "Teilen", ob Bildschirmfreigabe und Computerverwaltung wirklich nur dort aktiv sind, wo du sie brauchst. Wenn du Macs aus der Ferne administrierst, führ den Zugriff über VPN statt über offene Ports im Router. Das kostet dich fünf Minuten und nimmt einer ganzen Klasse von Netzwerkangriffen die Grundlage.