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SPS bleibt im Schaltschrank: Wie Edge-Computing und Container die OT-Welt verändern

26.09.2026 2 Min. Lesezeit
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Industrieunternehmen träumen davon, ihre Betriebstechnik (OT) genauso flexibel zu verwalten wie ihre IT. Steuerungshersteller machen diesen Wunsch greifbarer: containerisierte Umgebungen, Hochsprachen statt proprietärer Programmierwelten, Orchestrierung von Maschinen-Skills über offene Plattformen. Aber wie weit ist die Vision eines vollständig softwarebasierten Schaltschranks wirklich umsetzbar?

Die moderne Schaltschrankarchitektur

Aktuelle Architekturen gliedern sich in zwei Ebenen, die getrennt arbeiten, aber eng zusammenspielen. Auf der übergeordneten Edge-Ebene läuft ein gehärtetes Linux-System als flexibles Gehirn der Anlage. In isolierten Docker-Containern übernehmen Hochsprachen wie Python, Go oder Node-RED datenintensive Aufgaben: KI-gestützte Bildverarbeitung, die dynamische Orchestrierung von Maschinen-Skills und die Datenaggregation für MES- und ERP-Systeme über MQTT.

Warum die SPS bleibt

Trotz aller Flexibilität auf der Edge-Ebene steht die speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) weiterhin im Schaltschrank. Der Grund liegt in drei Anforderungen, die softwaredefinierte Umgebungen bislang nicht zuverlässig erfüllen: Echtzeitfähigkeit, funktionale Sicherheit und hohe Verfügbarkeit. Eine SPS reagiert deterministisch auf Steuersignale, unabhängig von Systemlast oder Netzwerkzustand. In vielen industriellen Prozessen ist das keine Kür, sondern Grundvoraussetzung.

Das Ergebnis in der Praxis ist ein hybrides Bild: Datenintensive, flexible und KI-gestützte Aufgaben wandern auf den Edge-Layer. Zyklische Steueraufgaben, Safety-Funktionen und zeitkritische Prozesse bleiben auf der SPS. Wer diese Aufteilung richtig trifft, profitiert von den Stärken beider Welten, ohne die Zuverlässigkeit der Anlage zu gefährden.