Unternehmen können nicht alle Sicherheitsmaßnahmen gleichzeitig umsetzen und müssen deshalb Prioritäten setzen. Für Entscheiderinnen und Entscheider zählt dabei vor allem, welche Systeme und Prozesse den Geschäftsbetrieb unmittelbar beeinträchtigen würden, wenn sie ausfallen oder kompromittiert werden. Das zeigt der Report "Cybersicherheit in Zahlen" 25/26 von G Data, Statista und Brand eins, für den die Studienautoren eine Skala von 1,0 bis 5,0 festgelegt haben, wobei ein niedrigerer Wert für eine höhere Priorität steht.
Der Schutz geschäftskritischer Systeme und Prozesse erreicht mit 2,72 den höchsten Stellenwert der Studie. Knapp dahinter folgen Risiko und mögliche Schäden für das Unternehmen mit 2,75 sowie das verfügbare Budget für IT-Sicherheit mit 2,78. Diese drei Faktoren bilden das Spitzenfeld, an dem Unternehmen ihre Sicherheitsmaßnahmen ausrichten.
Compliance und Sicherheitsstrategie bleiben wichtig
Auch regulatorische Vorgaben und langfristige Sicherheitsziele prägen die Planung. Die Einhaltung von Compliance-Vorgaben kommt auf einen Wert von 2,94, die interne Sicherheitsstrategie beziehungsweise Roadmap folgt mit 2,95. Danach nennen die Befragten die Kosten-Nutzen-Abwägung geplanter Maßnahmen mit 2,97. IT-Sicherheit wird der Studie zufolge längst nicht mehr nur als technische Aufgabe verstanden, sondern eng mit Geschäftsprozessen, Budgetentscheidungen, regulatorischen Anforderungen und der langfristigen Unternehmensplanung verknüpft.
Zeit, Bedrohungslage und Erfahrung rangieren weiter hinten
Verfügbare Zeitfenster für die Umsetzung erreichen einen Wert von 3,05. Die aktuelle und künftige Bedrohungslage sowie die technische Integration in bestehende Systeme folgen mit jeweils 3,08, die Verfügbarkeit interner Fachkräfte und Ressourcen liegt bei 3,15. Am unteren Ende der Rangliste stehen Erfahrungen mit früheren Sicherheitsvorfällen mit 3,25 sowie die Erwartungen von Kundinnen, Kunden, Partnern oder Aufsichtsbehörden mit 3,28. G Data weist allerdings darauf hin, dass gerade Erfahrungen aus vergangenen Vorfällen wichtige Hinweise auf technische Schwachstellen, unklare Zuständigkeiten oder fehlende Prozesse liefern können und deshalb stärker in Sicherheitsstrategien, Meldewege und Notfallprozesse einfließen sollten. Die vollständige Studie für 2026/2027 will G Data im Laufe des Septembers 2026 veröffentlichen.