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USA planen neue Chip-Zölle: Tech-Branche warnt vor verschärfter Knappheit

28.08.2026 3 Min. Lesezeit
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Die US-Regierung unter Donald Trump plant eine Ausweitung der Zölle auf Halbleiterprodukte. Wie Politico berichtete, könnte sich die ohnehin vorherrschende Chipknappheit für US-Unternehmen dadurch weiter verschärfen. US-Handelsminister Howard Lutnick bevorzugt offenbar ein Modell, bei dem Zollbefreiungen direkt an Zusagen geknüpft werden, in die Chipherstellung in den USA zu investieren.

Nur eine festgelegte Menge zollfrei

Nach diesem Modell soll nur eine festgelegte Menge an Chips zollfrei importiert werden dürfen. Kritiker warnen, dass dadurch die Lücke zwischen zollfreien Lieferungen und dem tatsächlichen Bedarf der Unternehmen noch größer werden könnte. Tech-Unternehmen sollen bereits eine intensive Kampagne gestartet haben, um die Regierung zu einer Abschwächung der Zölle zu bewegen und Ausnahmen zu erwirken. Sie warnen, die Zölle könnten den milliardenschweren Ausbau von Rechenzentren verlangsamen.

Während bei den Zollregelungen im Januar 2026 noch Ausnahmen erwirkt werden konnten, signalisieren Regierungsvertreter laut Politico nun, dass solche Ausnahmen künftig gestrichen werden könnten, um den Druck auf die inländische Produktion zu erhöhen. Damit gerät das Ziel, die US-Chip-Infrastruktur wieder aufzubauen, in Konflikt mit dem Vorhaben, das globale KI-Rennen zu gewinnen.

Jahre bis zu eigener Fertigungskapazität

US-Branchenvertreter betonen, dass sie die Inlandsproduktion grundsätzlich unterstützen, hoch entwickelte Chipfabriken aber Milliarden kosten und Jahre oder gar Jahrzehnte für den Bau benötigen. Bis diese Kapazitäten existieren, bleibt die US-Wirtschaft stark von asiatischen Zulieferern in Malaysia, Südkorea und Taiwan abhängig, wobei Taiwan allein mehr als 90 Prozent der modernsten Halbleiter herstellt. Der Aufbau einer eigenen US-Produktion wird auf mehr als fünf Jahre geschätzt. Selbst die historischen Investitionen von TSMC im US-Bundesstaat Arizona in Höhe von 265 Milliarden US-Dollar werden nach Fertigstellung nur etwa 30 Prozent der fortschrittlichsten Kapazitäten des Unternehmens in die USA verlagern.

Während Befürworter der Zölle argumentieren, eine Entflechtung der Lieferketten mindere nationale Sicherheitsrisiken, warnen Ökonomen vor den wirtschaftlichen Folgen. Höhere Zölle schaffen weder Fachkräfte noch beschleunigen sie Genehmigungsverfahren oder erweitern vorhandene Infrastruktur, sie verschärfen kurzfristig eher die Knappheit, die sie langfristig eigentlich beheben sollen.