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Warum Windows 11 in Redmond ins Hintertreffen geriet

10.08.2026 3 Min. Lesezeit
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Microsoft und Windows gehören für die meisten Menschen untrennbar zusammen. Doch das Betriebssystem wurde zuletzt spürbar vernachlässigt. Das Ergebnis ist ein unbeliebtes Windows 11 mit Bugs, Feature-Bloat, teils veralteter Oberfläche und mäßiger Leistung. Der ehemalige Microsoft-Mitarbeiter Ewan Dalton hat versucht zu erklären, wie es so weit kommen konnte.

Vom wichtigsten Produkt zum Symbol

Ein zentraler Punkt: Kaum jemand kauft Windows heute noch als eigenständiges Produkt. Der Umsatz entsteht vor allem über OEM-Lizenzen. Hersteller kaufen Lizenzen bei Microsoft und verkaufen ihre Geräte mit vorinstalliertem Windows 11. Dazu kommen Firmenkunden, die ihre Rechner zentral über Verwaltungstools mit dem System versorgen. Windows ist damit schon lange nicht mehr das umsatzstärkste Produkt des Konzerns.

Diesen Umstand verknüpft Dalton mit der Unternehmenskultur bei Microsoft. Teams pflegten traditionell eher Rivalität als Zusammenarbeit, und Geld für Innovationen floss dorthin, wo dem Management die besten Versprechen gemacht wurden. Seit Satya Nadella CEO ist, soll diese Konkurrenzkultur zwar zurückgefahren und kooperativer ausgerichtet werden. Weil der Wettbewerb aber groß ist, gilt Windows nicht mehr als wichtigstes Element und bekommt entsprechend weniger Entwicklungsbudget.

Cloud und KI ziehen die Ressourcen ab

Produkte wie Microsoft 365 und vor allem Azure mit der darunterliegenden Cloud-Infrastruktur sind flexibler. Wer einen Mac nutzt, kauft kein Windows, lässt sich aber weiterhin gut mit Clouddiensten und Office-Abos versorgen. So erhielten die Windows-Teams nach und nach weniger Mittel, während das System zugunsten anderer Bereiche vernachlässigt wurde, darunter die aktuellen Investitionen in KI-Ressourcen.

Das Problem dabei: Viele Menschen sehen Windows weiterhin als das Vorzeigeprodukt von Microsoft, auch wenn es nicht mehr den größten Umsatz bringt. Bleibt der Ruf von Windows 11 schlecht, könnte das auf andere Produkte abfärben. Kunden wechseln womöglich zu Linux, zu einer anderen Cloudlösung oder zu einer alternativen Office-Umgebung. Genau deshalb investiert Microsoft nun wieder stärker in die Weiterentwicklung von Windows 11. Dem direkten Windows-Umsatz hilft das nicht unbedingt, doch der Ruf des gesamten Konzerns steht auf dem Spiel, falls das Betriebssystem scheitert.