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ARM Neoverse CSS-N4: Bis zu 128 Kerne pro Chiplet für Server-CPUs

08.09.2026 3 Min. Lesezeit
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Im Rahmen seiner Tech-Days hat ARM neben neuen CPU- und GPU-Kernen für Smartphones auch eine neue Kerngeneration für Server vorgestellt. Bei den Kernen für Server-CPUs geht ARM dabei einen ungewöhnlichen Weg: Die vierte Generation bekommt vorerst nur die auf Integrationsdichte und Kosteneffizienz ausgelegten N-Kerne, die leistungsoptimierten V-Kerne bleiben zunächst ohne Nachfolger.

Kleinerer Fertigungsprozess, mehr Kerne pro Die

Bei Neoverse CSS N4 setzt ARM nun auf 3- statt 5-nm-Fertigungsprozesse. Das ermöglicht, zusammen mit Änderungen am Verbindungsnetzwerk, 8 bis 128 Kerne pro Die. Dank kohärentem Arm Chi C2C (Chip to Chip) sind mindestens zwei Chiplets mit CPU-Kernen pro Sockel möglich. Dadurch verspricht ARM eine Verdoppelung der Leistung pro Sockel im Vergleich zum Vorgänger bei gleichzeitig 25 Prozent höherer Effizienz. Weitere kundenspezifische Chips lassen sich per UCIe (Universal Chiplet Interconnect Express) anbinden.

Mit Neoverse N4 verspricht ARM das am umfangreichsten konfigurierbare Compute Subsystem für Server, gleichzeitig sollen Kunden damit schneller zum eigenen Chip kommen als je zuvor. Die umfangreichen Konfigurationsoptionen zeigen sich etwa beim Speicher: ARM hebt LPDDR6 hervor, möglich sind aber auch DDR5 mit Unterstützung für Multi Rank DIMMs bei bis zu 12.000 MT/s. Die Speicherbandbreite soll dadurch um 75 Prozent steigen.

Höhere Taktraten, mehr PCIe-Lanes

Was Änderungen an den Kernen selbst angeht, hält sich ARM bislang mit Details zurück. Sie basieren auf Version 9.3 der ARM-Architektur, auf der Support-Seite zum Neoverse CSS N4 ist von Taktfrequenzen bis zu 3,8 GHz die Rede. Beim L1-Cache scheint ARM nun fest je 64 KByte für Befehle und Daten vorzusehen, die Größe des L2-Cache bleibt konfigurierbar, hier sind wie bei Neoverse N3 maximal 2 MByte mit Fehlerschutz vorgesehen. Bei PCIe rüstet ARM auf Gen7 auf, Gen6 bleibt aber weiterhin möglich. Bis zu 128 Lanes lassen sich integrieren, zudem unterstützt der neue Kern Compute Express Link in Version 4.0.

Auch das Coherent Mesh Network, das das CPU-Cluster mit Speichercontrollern, anderen Geräten oder Chiplets verbindet, hat ARM aufgerüstet. Maximal ist nun ein 16-mal-16-Mesh möglich, die Bisektionsbandbreite hat ARM nach eigenen Angaben verdoppelt.

Widersprüchliche Einordnung bei agentischer KI

Insgesamt wirft ARMs neue Neoverse-Generation aber auch einige Fragen auf. So schreibt ARM, Neoverse N4 sei für agentische KI entwickelt worden, ordnet diese Anwendungen auf eigenen Präsentationsfolien aber den leistungsoptimierten V-Kernen zu, für die es vorerst gar keinen Nachfolger gibt. Wie sich dieser Widerspruch auflöst, dürfte sich erst zeigen, wenn konkrete Serverprodukte auf Basis von Neoverse N4 auf den Markt kommen.