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Google warnt vor schlechteren Suchergebnissen durch EU-Regeln

09.09.2026 3 Min. Lesezeit
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Google hat Änderungen an seinen Online-Suchergebnissen in Europa eingeführt, um den Anforderungen der EU-Wettbewerbsbehörden zu entsprechen. Das Unternehmen ist überzeugt, dass diese Maßnahmen die Qualität des Dienstes verringern und die Kosten für europäische Unternehmen erhöhen. Laut Google handelt es sich um den größten Qualitätsverlust in der 29-jährigen Geschichte der Suchmaschine.

Zwei Sichtweisen auf dieselbe Änderung

Die Europäische Kommission stellt die Anpassungen als Maßnahme dar, um Chancengleichheit für Unternehmen bei der Darstellung auf Google zu schaffen. Aus Sicht von Google bevorzugen die Änderungen jedoch Preisvergleichsdienste wie Expedia oder Booking.com in Sektoren wie Hotels, Fluggesellschaften und Restaurants. Diese Preisvergleichsdienste erhalten demnach mehr Sichtbarkeit in den Suchergebnissen als einzelne Unternehmen aus diesen Branchen, die lediglich mit Verlinkungen zu ihren Websites, Telefonnummern und Adressen gelistet werden.

So verändert sich der Suchaufbau

Bei Suchanfragen zu Hotels, Flügen und Restaurants platzieren die neuen Suchergebnisse oben auf der Seite eine spezialisierte Suchmaschine, gefolgt von zwei weiteren Diensten mit weniger Details sowie einem Karussell mit weiteren Angeboten aus derselben Branche. Wichtige Funktionen wie Echtzeitpreise wurden aus dieser Darstellung entfernt, die Reihenfolge der Platzierungen bestimmt weiterhin der Algorithmus von Google.

Tests mit Millionen von Nutzern in Europa sollen laut Google eine hohe Unzufriedenheit gezeigt haben, weil Anfragen erneut hätten eingegeben werden müssen. Frühere Anpassungen an den Digital Markets Act (DMA) führen laut Unternehmensangaben zudem zu einem Rückgang des kostenlosen, direkten Buchungsverkehrs zu europäischen Unternehmen um 30 Prozent, Belege oder Rohdaten für diese Zahl legte Google allerdings nicht vor. Der Konzern erwartet, dass die neuen Änderungen diese Unternehmen weiter beeinträchtigen. Nutzer außerhalb der EU sind von den Anpassungen nicht betroffen.

Bereits hohe Kartellstrafen

Im Juli verhängte die EU-Kommission eine Geldbuße von 460 Millionen Euro gegen Google, wegen der Bevorzugung eigener Dienste in den Bereichen Shopping, Hotels, Transport und Sport. Zudem drohten Strafen von bis zu 5 Prozent des weltweiten Gesamtumsatzes, falls die DMA-Vorgaben nicht innerhalb von 60 Tagen umgesetzt werden. Eine weitere Strafe in Höhe von 430 Millionen Euro wurde im Juli wegen Einschränkungen beim Google Play Store ausgesprochen. In seinen knapp zwei Jahrzehnte dauernden Auseinandersetzungen mit EU-Wettbewerbsbehörden sammelte Google insgesamt 10,38 Milliarden Euro an Kartellstrafen an.