Der britische Online-Modehändler Asos ist mutmaßlich Opfer eines Cyberangriffs geworden. Tausende Nutzerinnen und Nutzer bekamen übereinstimmenden Berichten zufolge auf ihren Smartphones einen kryptischen Text mit dem Titel "Asos hacked" angezeigt. Am Nachmittag bestätigte das Unternehmen eine "unbefugte Kundenbenachrichtigung".
Laut Unternehmensmitteilung könnte auf grundlegende persönliche Informationen wie Name und Kontaktdaten zugegriffen worden sein. Asos geht nach eigenen Angaben nicht davon aus, dass Zahlungskarteninformationen oder Kontopasswörter betroffen sind. Im Betrieb gebe es derzeit keine Unterbrechungen. Untersucht würden unbefugte Aktivitäten auf Plattformen von Drittanbietern, die Asos für die Kommunikation mit Kunden nutzt.
Nachricht mit Erpressungsversuch
Laut der britischen Nachrichtenagentur PA lautete der angezeigte Text sinngemäß: Die Snowflake-Instanz von Asos sei vollständig kompromittiert, die Verantwortlichen für Datenschutz und IT sollten Kontakt aufnehmen, andernfalls würden die Angreifer die Daten veröffentlichen. Snowflake ist eine Plattform, auf der Unternehmen große Datenmengen speichern, zusammenführen und analysieren.
Die Börse reagierte schnell: Die Asos-Aktie brach am Dienstagmorgen um mehr als zehn Prozent ein. Der Internetauftritt des Händlers schien zunächst nicht betroffen zu sein. Zu Asos gehören auch Marken wie Topshop und Miss Selfridge, laut PA hat das Unternehmen weltweit 17 Millionen Kunden. Wie der Zugriff auf die Daten tatsächlich gelang und wie viele Datensätze betroffen sind, ist bisher offen.