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OpenSSL: 11-Byte-Pakete können Server-Speicher dauerhaft blockieren

20.07.2026 2 Min. Lesezeit
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Sicherheitsforscher von Okta Security haben eine Denial-of-Service-Lücke in OpenSSL aufgedeckt, die sie Hollowbyte nennen. Angreifer können damit den Arbeitsspeicher von Webservern und anderen Systemen überlasten. Für die Ausnutzung genügen Datenpakete von nur elf Byte, eine Authentifizierung ist nicht erforderlich.

Wie der Angriff funktioniert

Das Problem liegt beim TLS-Handshake. Initiale Client-Hello-Nachrichten enthalten einen 4-Byte-Header, der die Größe des nachfolgenden Nachrichtenkörpers angibt. Ältere OpenSSL-Versionen reservieren auf Basis dieser Angabe bereits Speicher im Empfangspuffer, noch bevor die erwarteten Daten eintreffen. Ein Angreifer kann diesen Vorgang durch wiederholte 11-Byte-Pakete in einer Schleife auslösen, wobei je bis zu 131 KByte reserviert werden.

Der reservierte Speicher wird dabei nicht freigegeben, solange der Worker-Thread auf die nie eintreffenden Daten wartet. Durch einen Trick mit der GNU-C-Bibliothek (Glibc) bleibt der Speicher sogar nach einem Verbindungsabbruch blockiert, weil Glibc kleine Allokationen zwischenspeichert statt sie sofort ans Betriebssystem zurückzugeben. Die Forscher konnten einen Nginx-Webserver mit nur 1 GByte RAM damit vollständig lahmlegen.

Patch seit Juni verfügbar

Behoben wurde die Lücke mit OpenSSL 4.0.1 (veröffentlicht am 9. Juni). Die neue Version vertraut der Größenangabe im Header nicht mehr und erweitert den Puffer nur noch nach Bedarf. Backports existieren für die Versionen 3.6.3, 3.5.7, 3.4.6 und 3.0.21. Betroffen sind neben Nginx und Apache auch zahlreiche weitere Software-Pakete, die OpenSSL einbetten: Node.js, Python, Ruby, PHP, MySQL und PostgreSQL. Entwickler sollten ihre Projekte zügig auf eine gepatchte Version umstellen.